Jugend-Fußball im Sportverein Adler Berlin 1950 e.V.    E-Mädchen

 

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Samstag, 19.06.2010 – Sommercup des Moabiter FSV

Urkunde

 

Im 2.Turnier etwas unglücklich nur Achter

(hgd/20.06.10) Nach der ersten Turnierteilnahme zu Pfingsten beim FFC Berlin stand am Samstag vormittag auf den Nebenplätzen des Poststadions in der Lehrter Str. mit dem Sommercup des neu gegründeten Moabiter FSV der zweite Wettkampfeinsatz für das gerade gegründete E-Mädchenteam des SV Adler an. Eines vorweggenommen: Erneut schlug sich das Team prächtig, auch wenn dies noch nicht an Ergebnissen und der Endplatzierung messbar zu erkennen war. Gespielt wurde auf dem D-Juniorinnen-Feld, also der halben Platzhälfte, und daher auch mit 7 Feldspielerinnen plus Torspielerin. Man konnte jedem Team Paroli bieten, musste aber vor allem in den ersten beiden Gruppenspielen doch die Überlegenheit des Gegners anerkennen und letztlich verdiente, wenn auch in der Höhe vermeidbare 0:3-Niederlagen einstecken.

 

Im letzten Gruppenspiel und in den beiden Platzierungsspielen war man dann aber mindestens gleichwertig. Was fehlte, war ein stärkerer Zug zum Tor, um aus überlegen geführten Spielen auch einen Sieg zu machen. Und es fehlte an Erfahrung und Cleverneß im Abwehrverhalten, was dem Gegner immer wieder einmal zu Torgeschenken verhalf. Aber was will man im zweiten Einsatz in dieser Hinsicht auch erwarten? Hier ist einfach Geduld gefragt und die Hoffnung, dass die Mädchen die größten Geschenke an den Gegner möglichst bald schon nicht mehr verteilen.

 

Am Ende wurde man 8. unter 9 Teams, wobei auch Platz 5 im Bereich des Möglichen lag. Denn in den Überkreuzspielen der jeweils Gruppendritten- und vierten aus beiden Gruppen war man gegen Grün-Weiß Neukölln über weite Strecken das überlegene Team – nur mit dem Torabschluss wollte es nicht so recht klappen. Es blieb letztlich beim 0:0 und im Entscheidungsschießen – merkwürdigerweise aus 11 Metern statt aus 9m durchgeführt, was bei der fehlenden Schusskraft- und technik fast aller Mädchen die Torhüter klar im Vorteil sah – unterlagen wir unglücklich 1:2.

 

Grün-Weiß wurde dann Fünfter, weil sie auch gegen den Friedrichshagener SV – gegen den wir im Gruppenspiel ein 0:0 erreicht hatten und der für uns also auch „schlagbar“ gewesen wäre – erneut im Entscheidungsschießen, dieses Mal sogar mit 4:1, gewannen. Und für uns wurde es nur Platz 8, weil wir gegen den Lichtenberger FFC im Spiel um Platz 7 zwar lange Zeit hoch überlegen agierten und den Gegner kaum aus seiner Hälfte ließen, dann aber die ersten beiden harmlosen Schüsse auf unser Tor – mit kräftiger Unterstützung unserer zuvor überhaupt nicht geforderten Torhüterin – über die Linie kullerten. Damit hatten wir 0:2 verloren, aber so ist Fußball eben manchmal, der eine greift an und der andere schießt die Tore...

 

SV Adler – BSC Marzahn 0:3

Startaufstellung: - Sera – Nele, Martha – Rhiannon, Charmaine, Celina – Cara, Johanna -

Marzahn – mit einigen körperlich deutlich überlegenen Spielerinnen – bestimmte das Spiel von Beginn an, tat sich aber schwer, Torchancen herauszuspielen, weil die Adler-Mädchen immer wieder gleich zu mehreren die ballführende Spielerin attackierten. So war es erst ein Abwurf von Sera in die Mitte vors eigene Tor, der dem Gegner zum Führungstor verhalf – da war die Hälfte der 12-minütigen Spielzeit schon rum. Beim 0:2 wurde bestraft, dass die Abwehr oft zu weit aufrückte und die ballführende Spielerin im Mittelfeld attackieren wollte. Das hätte man aber getrost den dafür zuständigen Mittelfeldspielerinnen überlassen können. So aber standen immer wieder Spielerinnen des Gegners ungedeckt vor dem eigenen Tor, wie auch beim 0:2 (9.).

 

Kurz vor dem 0:3 hatte Samantha die Position von Nele auf der rechten Abwehrseite übernommen, füllte diese aber noch nicht wirklich aus. Viel zu weit vorn im Mittelfeldgetümmel versuchte sich Samantha – noch deutlich orientierungslos – irgendwie ins Spiel einzubringen, hinten hatte der Gegner über die verweiste rechte Abwehrseite dann leichtes Spiel, das 0:3 zu erzielen (12.). Insgesamt eine unnötig hohe Niederlage, weil man dem im Herausspielen von Torchancen hilflosen Gegner durch grundlegende „taktische“ Fehler erst beim Toreschießen half. Genau diese (negativen) Erfahrungen sind es aber, um zu lernen, wie man sich verhalten sollte und wie nicht, denn das Reden darüber und die Hinweise des Trainers allein werden niemals reichen, um gleich alles „richtig“ zu machen.

 

SV Adler – BW Berolina Mitte 0:3

Startaufstellung: - Renée – Nele, Martha – Rhiannon, Charmaine, Celina – Cara, Johanna -

Im Spiel gegen den Pokalverteidiger, der erst im Endspiel gegen Hertha 03 mit einem 0:1 knapp an dieser Mission scheiterte, konnte man die Begegnung schon weitaus offener gestalten und das Spiel von Beginn an auch einmal in die Hälfte des Gegners verlagern. Nele und Martha hatten zudem ihre Lektion gelernt und blieben konsequent hinter den gegnerischen Angreiferinnen. Selbst bei eigenen Angriffen blieben sie zur Absicherung auf ihren Positionen – jetzt aber viel zu tief, statt bis zur vordersten Angreiferin aufzurücken. Aber auch das lernen wir alles noch...

 

Tore fielen dann trotzdem erneut für den Gegner – und wieder halfen wir fleißig mit. Die erneut sehr agile Cara, die nicht nur wie aufgestellt vorn, sondern auf dem ganzen Feld unterwegs war, tat es irgendwann in der Hektik Sera gleich und passte den Ball fast von der eigenen Eckfahne vors eigene Tor. Und der folgende Schuss, mehr ein Kullerball, ging leider auch an der in diesem Spiel im Tor stehenden Renée, die sehr aktiv und gut mitspielte, vorbei – 0:1 (5.). 2 Minuten später versaümte es unsere Torhüterin, die halbrechts angespielte, völlig freistehende Angreiferin selbst zu attackieren. Stattdessen drehte sie ab, lief ins Tor zurück und ließ dem Gegner freie Bahn für einen Schuss ins kurze Eck – 0:2 (7.).

 

Die Adler waren in dieser Partie aber auch in der Offensive nicht chancenlos. Nach guter Einzelleistung traf Charmaine nur den rechten Außenpfosten (11.). Und statt des 1:2 fiel dann – gut eine halbe Minute nach dem Abpfiff der Turnierleitung, den der Schiedsrichter aber überhört hatte, sogar noch das 0:3 (12.+1). Wie schon im ersten Spiel eine zu hoch ausgefallene Niederlage, wobei man hier schon einiges besser machte, also schon Lerneffekte auftraten, zudem das Spiel auch weitaus ausgeglichener ablief als das erste.

 

SV Adler – Friedrichshagener SV 0:0

Startaufstellung: - Sera – Jessica, Martha – Rhiannon, Charmaine, Celina – Cara, Johanna -

Gegen die Friedrichshagener war – im Gegensatz zu den ersten beiden Partien – kein Leistungs­unter­schied auszumachen. Beide Mannschaften hatten die gleichen Probleme, Torchancen herauszuspielen und so sah man 12 Minuten lang Kampf um den Ball im Mittelfeld und das schwierige Bemühen, die Kugel möglichst weit in die Hälfte des Gegners zu treiben. Gefährliche Aktionen vor den Toren blieben so im Grunde komplett aus. Bei den Adlern war dies vor allem ein Verdienst von Linksverteidigerin Martha. Die half auf der rechten Abwehrseite immer wieder Jessica, die dieses Mal für Nele begonnen hatte und in ihren Bewegungsabläufen doch sehr langsam und unrund wirkte und so in Zweikämpfen oft zu spät kam.

 

Da die Friedrichshagener offenbar im Toreverhindern schon etwas weiter waren als die Adler, hatten diese gegen Marzahn ein 0:0 über die Runden gebracht und unterlagen später gegen Berolina Mitte auch nur 0:1. So landeten die Adler mit einem Punkt aus 3 Spielen auf dem 4. Platz in der Vierergruppeeinen Punkt hinter den Friedrichshagenern.

 

SV Adler – GW Neukölln 0:0, 11m: 1:2

Startaufstellung: - Renée – Nele, Martha – Laura, Charmaine, Celina – Cara, Johanna -

Nur um ein Tor hatten die Grün-Weißen in der anderen Gruppe, die aus 5 Mannschaften bestand, das Halbfinale verpasst und auch nur 0:1 gegen den souveränen Gruppensieger Hertha 03 verloren. So ging man in der Erwartung eines schweren Gegners in die Partie, aber es sollte sich ein ganz anderes Bild ergeben. Denn die Adler bestimmten das Spiel – überhaupt erst in der Schlussphase geriet das eigene Tor überhaupt ansatzweise in Gefahr. Leider fehlte wieder der letzte Zug zum Tor und leider behinderten sich Sera und Rhiannon gegenseitig, als sie gemeinsam auf die Torhüterin des Gegners zuliefen und den Ball nicht aufs Tor brachten.

 

So musste ein Entscheidungsschießen entscheiden und das wurde – wie schon erwähnt – aus 11m absolviert werden. Die Grün-Weißen trafen gleich mit der ersten Schützen, aber Charmaine ebenso zum 1:1. Danach verschossen Celina, Martha, Johanna und Nele, wobei drei Schüsse doch sehr unplatziert in die Mitte gingen, einer aber sehr schön platziert in die linke untere Ecke. Aber die Torfrau, die mit ihren 1,70m Körpergröße für ein E-Mädchen schon sehr ungewöhnlich gewachsen war, tauchte herunter, machte sich lang und hielt auch diesen Elfmeter. Aber auch Renée hielt zweimal, einmal rettete die Latte und einmal, als auch sie ins bedrohte Eck tauchte, prallte der Ball vom Pfosten zurück an ihren Kopf und von da ins Tor. Das war er, der entscheidende Treffer mehr für die Grün-Weißen – viel unglücklicher kann man wohl nicht scheitern.

 

SV Adler – Lichtenberger FFC 0:2

Startaufstellung: - Sera – Johanna, Martha – Laura, Charmaine, Celina – Cara, Nele -

Auf eigenen Wunsch versuchte sich die zuvor im Angriff eingesetzte Johanna im Spiel um Platz 7 gegen den Lichtenberger FFC in der Abwehr und Nele rückte dafür vor in den Angriff. Beide machten – wie eigentlich alle anderen auch – ihre Sache gut, denn der Kontrahent kam minutenlang kaum aus seiner Hälfte. Aber es fehlte der konsequente Zug zum Tor und als Charmaine sich auf der rechten Seite durchgesetzt hatte und quer vors Tor passte, brachte Nele den Ball aus 2m leider nicht über die Linie (5.).

 

Und statt aus der drückenden Überlegenheit in Führung zu gehen, sollte man sogar in Rückstand geraten. Ein erstes Mal kamen die Lichtenberger über die Mittellinie und sogar zu einem harmlosen Schüßchen auf das Adler-Tor. Sera bekam den allerersten Ball in diesem Spiel aufs Tor, ließ den Kullerball aber durch Hände und Beine ins Tor rutschen. Ja, so kann’s gehen, wenn man einen Ball unterschätzt und nach Minuten der Tatenlosigkeit unkonzentriert ist – 0:1 nach 7 Minuten, der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Und irgendwie war der „Fußballgott“ den Adlern auch weiterhin nicht hold, denn nur eine Minute später machte Rhiannon aus halbrechter Position eigentlich alles richtig, traf mit einem schönen Flachschuss aus der 2.Reihe aber nur den Pfosten, der für die chancenlose Torhüterin rettete. Kurz vor Schluss kam dann noch ein zweiter Schuss auf das Adler-Tor – auch der alles andere als unhaltbar – aber Sera ließ auch den passieren. Manchmal geht eben alles schief und so konnte man gleich erfahren, wie man ein Spiel völlig unverdient 0:2 verlieren kann...

 

Resumee

Auch wenn es an der Platzierung nicht messbar war, das Team machte wieder einen Schritt voran und zeigte in vielen Dingen Fortschritte. Vor allem die sich herauskristallisierende erste „Stammformation“ findet sich immer besser zurecht – einige der Einwechselspielerinnen hinken noch etwas hinterher, aber auch das ist alles andere als ungewöhnlich. Dass das Herausspielen von Torchancen und deren Verwertung die „Königsdisziplin“ ist und es wesentlich leichter ist, das Spiel des Gegners erst einmal zu stören, ist keine neue Erkenntnis. So wird es auch diesem Team sicher zuerst gelingen, die groben Fehler zu vermeiden, die dem Gegner Tore geradezu schenken und erst später wird man Torchancen wirklich systematisch herauszuspielen und verwerten lernen. Dazu gehört mit einem sicheren Passspiel, mit dem richtigen Freilaufen und mit einer guten Schusstechnik doch einiges, was jetzt noch fehlt.

 

Das Turnier in Zahlen

 Gruppe A:

Adler – BSC Marzahn

0 : 3

Tore: 0:1 (6.), 0:2 (9.), 0:3 (12.)

 

Adler – BW Berolina Mitte

0 : 3

Tore: 0:1 (5.), 0:2 (7.), 0:3 (11.)

 

Adler – Friedrichshagener SV

0 : 0

Tore: Keine.

 Um Pl. 5-8:

Adler – GW Neukölln

0 : 0
E 1:2

Tore 11m-Schießen: Charmaine 1:1
11m gehalten von: Celina, Martha, Johanna, Nele

 Um Platz 7:

Adler – Lichtenberger FFC

0 : 2

Tore: 0:1 (7.), 0:2 (11.)

 Kader:

 

 

 

 1

Franke, Renée

 7

Mücke, Martha

 2

Mettner, Sera

 8

Amarell, Nele

 3

Fichna, Charmaine 

 9

Schöpp, Laura

 4

Wittenzellner, Celina

10

Lawrence, Rhiannon

 5

Dropmann, Samantha

11

Rudel, Johanna

 6

Dziallas, Cara

12

Gottschling, Jessica

 Aufstellung:

 

Angriff:

Johanna (11)

 

Cara (6)

Mittelfeld:

Celina (4)

Charmaine (3)

Laura (9)

Abwehr:

Martha (7)

 

Nele (2)

Tor:

 

Renée (1)

 

 Wechselspieler:

Sera (TW), Samantha (5), Rhiannon (10), Jessica (12)

 Tore:

Charmaine Fichna 1 (11m-Schießen)

 Bemerkungen:

Ohne Zug zum Tor trotz guter Ansätze etwas unter Wert platziert.

 

Foto:  Sandra Schöpp    

 

Hintere Reihe von links: Trainer Dr. Hans-Georg Danelski, Laura Schöpp, Celina Wittenzellner,
Cara Dziallas, Charmaine Fichna, Rhiannon Lawrence, Martha Mücke, Nele Amarell –
Vordere Reihe von links: Jessica Gottschling, Samantha Dropmann,
Renée Franke, Sera Mettner, Johanna Rudel –