Jugend-Fußball im Sportverein Adler Berlin 1950 e.V.    B-Mädchen (Jahrgang 1992-94)

 

 

Bericht der B-Juniorinnen im SV Adler Berlin 1950 e.V. (Jahrgang 1992-94)

Nur der Landesliga-Erste steigt in die Verbandsliga auf

Nachdem in der Hinrunde in der Landesliga der 11er-B-Mädchen, die als Qualifikation für die Teilnahme an den Spielen um die Berliner Meisterschaft in der Verbandsliga in der Rückrunde diente, nach zwei 2:3-Niederlagen in den direkten Duellen mit den unmittelbaren Konkurrenten Union 06 und SC Borsigwalde der Verbandsliga-Aufstieg denkbar knapp und auch unnötigerweise als Dritter der Staffel 2 verpasst wurde, geht es nun in der Rückrunde darum, die zweite Aufstiegschance zu nutzen. In der nun eingleisigen, aus 8 Teams bestehenden Landesliga muss man in einer einfachen Runde ohne Rückspiele nun allerdings schon Landesligameister werden, denn nur der Erste schafft noch den Aufstieg in die Verbandsliga.

 

Obgleich man – gemeinsam mit dem Dritten der anderen Landesligastaffel in der Hinserie – sicherlich eine Mitfavoritenstellung einnimmt, wird es alles andere als leicht, denn die andere Staffel war sehr ausgeglichen, so dass zwischen allen 4 Teams, auf die man nun zum ersten Mal treffen wird, kaum ein Leistungsunterschied auszumachen war. Unglückseligerweise beginnt die Punkterunde für die Adler auch noch mit einem Auswärtsspiel beim vermeintlich stärksten Gegner, dem FC Internationale, der in der anderen Staffel als Dritter allerdings weitaus deutlicher gegen die beiden sich dort als Aufsteiger durchsetzenden Teams von Tennis Borussia und Stern Britz unterlegen war. Man muss also gleich voll da sein und darf sich möglicherweise nicht einen einzigen Ausrutscher leisten.

 

Die Witterung verhinderte leider so manche Trainingseinheit und schrumpfte so das geplante Programm von 4 Vorbereitungsspielen auf ein einziges zusammen – sicher alles andere als ideale Vorausetzungen. Im somit einzigen Vorbereitungsspiel auf dem kurzzeitig völlig schnee- und eisfreien Hauptplatz an der Halker Zeile gegen den Dritten der Verbandsliga-Hinserie, den Lichterfelder FC, zeigte man bei bald einsetzendem Schneetreiben allerdings eine überraschend starke Leistung. Nach einem frühen 0:1 durch einen berechtigten Foulelfmeter nach nur 3 Minuten und großen Problemen bei Steilpässen des Gegners in der Anfangsphase drehte man die Partie durch Treffer nach Alleingängen unserer schnellen Außenstürmerinnen Sharon Moorad und Friederike Freytag – Neuzugang Laura Gnadke legte noch vor der Pause zum 3:1 nach. Leider vergab man nach dem Wechsel 2 gute Chancen zum 4:1, bevor die Gäste mit dem 2:3-Anschlusstreffer noch einmal Morgenluft witterten. Wie schon in allen engen Spielen in der Hinrunde brachte man die Führung nicht ins Ziel. Allerdings ging man dieses Mal auch nicht gleich wieder komplett leer aus. Erst in der Nachspielzeit fiel noch das 3:3 – einmal mehr ärgerlich, wenngleich nicht unverdient.

 

Die Hallensaison fiel sowohl quantitativ als auch qualitativ relativ mager aus. Ende Januar war das erste Auftreten nach dem einzigen Anfang November bestrittenen Hallenturnier des 1. Traber FC, bei dem man ungeschlagen hinter den beiden Verbandsligisten LFC und Hertha 03 etwas unglücklich nur Dritter geworden war, gleich das bei der Hallenrunde. Für die hatte man sich als eines von zwei Landesligateams unter 10 Verbandsligisten (inklusive der 4 Aufsteiger) mit dem 3. Platz auf dem Feld qualifizieren können. In der Schöneberger Sporthalle hätte man nun Dritter unter sechs Mannschaften werden müssen, um sich für die Hallen-Endrunde um die Berliner Meisterschaft zu qualifizieren.

 

Der Zug war allerdings schnell abgefahren, da sich einige im Team noch vor dem ersten Spiel so gestritten hatten, dass auf dem Feld keinerlei Teamgeist mehr zu erkennen war. So unterlag man unter anderem gegen Stern 1900 in 12 Minuten – allerdings auf 5m-Tore – mit 0:8 (!), was für ein Debakel. Dass es auch anders geht, wenn man sich zusammenreißt und zusammenrauft, bewies man nach einer sehr deutlichen Aussprache gleich im nächsten Spiel gegen den 1. FC Lübars, gegen den man hoch verdient 2:2 spielte und noch Pech hatte, dass ein Schuss von Alexa Danelski kurz vor Schluss an der Zehenspitze der Torhüterin „hängenblieb“. Am Ende besiegte man zumindest den FC Borsigwalde noch mit 1:0, revanchierte sich damit ein klein wenig für den verpassten Aufstieg und wurde Fünfter. Dieses Schicksal teilte man mit dem 1. FC Union, dem ungeschlagenen Verbandsligaersten der Hinserie und teilt sich mit diesem damit Platz 9 in der Berliner B-Mädchen-Hallenmeisterschaft. 2 Wochen später wurde die gute Partie gegen den 1. FC Lübars noch einmal aufgewertet, denn Lübars beendete die Hallen-Endrunde als Erster und wurde damit Berliner B-Mädchen-Hallenmeister.

 

Eine Woche nach dem zumindest teilweise peinlichen Auftreten bei der Hallenrunde zeigte man beim eigenen Hallenturnier, zu dem man 4 Verbandsligisten und den 1. Traber FC als einzigem Landesligisten eingeladen hatte, wiederum, dass es anders geht. In einem insgesamt sehr gelobten Turnier in der schönen Halle an der Briesingstr., die mit ihrer großen Spielfläche für die Älteren natürlich weitaus besser geeignet ist als die der Carl-Zeiss-Oberschule an der Lutherstr., bot man in allen 5 Partien sehr ansehnliche Leistungen. Und obgleich man gegen Tennis Borussia und den LFC in den ersten beiden Partien jeweils vermeidbar 0:1 unterlag und auch im nächsten Spiel gegen Stern Britz früh 0:1 in Rückstand geriet, ließ man die Köpfe nicht hängen und schaffte noch die Wende zum Guten. So konnte Stern Britz noch 3:1 besiegt werden, danach ließ man auch dem 1. Traber FC beim 4:0 und dem SC Borsigwalde beim 2:0 keine Chance und wurde so vollauf verdient Dritter.

 

4 Tage, bevor es am 15. März im ersten Rückrunden-Punktspiel gleich um alles geht, trifft man im Pokal-Achtelfinale an der Halker Zeile auf den FC Spandau 06 – ein Landesliga-Konkurrent, auf den man später dann auch noch in der Punkterunde trifft. Schon dies wird ein erster Wahrsager sein, ob man sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft im Kampf um den Aufstieg tatsächlich in der Lage sein wird, ein Wörtchen mitzureden.

Dr. Hans-Georg Danelski/26.02.09